Spielsuchtprävention: Verantwortungsvoller Umgang mit Glücksspielen
Glücksspiele, über lange Zeit in die Ecke des Unseriösen gerückt, werden inzwischen vielfach als normale Freizeitbeschäftigung akzeptiert. Dazu trägt die steigende Popularität von Pokerturnieren bei, nicht zuletzt aber auch die Arbeit objektiver Informationsportale wie gamblingplanet.org. Die Imageaufwertung der Branche verschafft Casinos steigenden Zulauf.
Trotz der steigenden gesellschaftlichen Akzeptanz von Poker oder Black Jack bleibt jedoch ein Wermutstropfen. Nach wie vor werden Spielbanken, ob im wirklichen Leben oder virtuell, nicht nur mit Glamour assoziiert, sondern auch mit denjenigen, die die Grenze zum Freizeitvergnügen überschreiten und spielsüchtig werden.
Wenn aus dem Spiel bitterer Ernst wird
Das Problem Spielsucht ist nicht zu unterschätzen. Die Folgeerscheinungen sind gravierend und reichen von Verschuldung und Verlust des Arbeitsplatzes bis zum Auseinanderbrechen von Familien. Am Ende stehen schlimmstenfalls Obdachlosigkeit, sozialer Abstieg und Verelendung. Ebenso kommt es vor, dass Spielsüchtige in die Kriminalität abgleiten, um ihre Sucht zu finanzieren. Einmal straffällig geworden, haben sie immer größere Schwierigkeiten, in den Arbeitsmarkt zurückzukehren. Zum Kick des Spiels kommt so die Besessenheit, alle Probleme mit einem einzigen Jackpot lösen zu wollen. So dreht sich nicht nur das Rad beim Roulette, sondern auch die teuflische Abwärtsspirale aus Sucht und ihren Folgeerscheinungen immer schneller.
In den Frühzeiten der Online-Casinos unterstellte man, das Problem werde sich durch sie noch verschlimmern. Die Verfügbarkeit von Glücksspielen rund um die Uhr, an jedem beliebigen Ort und ohne die Hürde von Identitätskontrollen, ohne die auch Maßnahmen wie der freiwillige Selbstausschluss nicht mehr greifen – all das werde noch mehr Menschen in die Abhängigkeit treiben, so die Vermutung der Suchtpsychologen. Auch werde die Isolation von Spielern begünstigt, so dass die im Live-Casino immerhin in Ansätzen gegebene soziale Kontrolle völlig entfalle.
Glücksspiel? Ja – mit Augenmaß!
Ebenso, wie nicht jeder Rotweingenießer von einem gelegentlichen Glas zum Alkoholiker wird, wird man von Black Jack und Co. automatisch spielsüchtig. Was bei manchen Menschen den Weg in die Sucht ebnet oder begünstigt, ist noch nicht bis ins letzte Detail erforscht. Generell gilt aber wie beim Alkohol auch beim Glücksspiel: Information und ein verantwortungsbewusster Umgang sind bessere Präventionsstrategien als Verbote oder ein restriktiver Totalverzicht.
Seriöse Casinos wissen um die Problematik und gehen entsprechend darauf ein. Auf ihren Webseiten stellen sie umfassende Informationen zum verantwortungsbewussten Umgang mit Glücksspiel zur Verfügung und verweisen auf Beratungsangebote, die bei problematischem Spielverhalten wahrgenommen werden können. Meist raten sie Spielern zu folgenden präventiven Maßnahmen:
(1) Legt ein Budget fest, das pro Woche oder Monat für Spiele ausgegeben werden darf. Wenn dieses Limit erreicht ist, gilt: Computer aus! Die Faustregel „Never gamble the rent money“ („Verspiel niemals die Miete“) hat sich bewährt!
(2) Auch ein zeitliches Limit kann sinnvoll sein, insbesondere, wenn andere Aktivitäten zu kurz kommen oder soziale Kontakte vernachlässigt werden!
(3) Nutzt Selbsteinschätzungstests zum Spielverhalten! Diese gibt es online oder bei Beratungsstellen. Letzteres hat den Vorteil, dass gleich ein kompetenter
Ansprechpartner zur Verfügung steht, wenn ihr das Gefühl habt, dass das Spiel zum Problem wird.
(4) Bei deutlichen Symptomen für problematisches Spielverhalten: Unterstützung holen! Das gilt ebenso, wenn ihr das Gefühl habt, dass jemand in eurer Umgebung es mit dem Spiel übertreibt. Niemand muss sich schämen, weil er Hilfe in Anspruch nimmt!